Himmel

 

Im August feiert die katholische Kirche "Mariä Himmelfahrt" oder, wie es liturgisch korrekt heisst: die "Aufnahme Mariens in den Himmel".

Himmel? jaja, da oben - ich rolle die Augen. 

Viele Redensarten sprechen vom Himmel: um Himmels willen! - weiss der Himmel, wo ... - das schreit zum Himmel - der Himmel hängt voller Geigen - 'Fliege mit mir in den Himmel hinein!' - sie fühlten sich im siebten Himmel - 

Die Vorstellung 'Himmel' scheint Glück zu versprechen.

Aber klingt so etwas heute noch verlockend? Ist die Rede vom 'Himmel' nicht ein wenig verstaubt? eben zur blossen Redensart verkommen?

Himmelfahrt - wen interessiert's?   -

Raumfahrt ist angesagt!

In der Tat, im Zeitalter unbegrenzten Fortschritts, klingt die Rede von Himmel irgendwie fade. wir sind daran, den Sternen und dem All Schritt für Schritt ihre Geheimnisse zu entreissen.

Und doch ist der Inhalt des Festes eine wunderbare Verheissung. Oder?

Entschlafung

Die Ostkirchen reden von der Entschlafung Mariens. Jesus Christus selbst kommt und empfängt Marias Seele, um sie sogleich in den Himmel zu tragen. Und als der Apostel Thomas ankommt - zu spät wie gewohnt - findet er das Grab leer.

Die Christen sehen also in Maria, die im Leben ihrem Sohn am nächsten stand, jene Frau, die unmittelbar nach ihrem Tod bei ihrem Sohn sein darf, wieder in nächster Nähe.

Wir können uns fragen: Was eigentlich sagt dieses Fest mir? Freue ich mich darüber? Hat es Einfluss auf meine Haltung?

Nicht nur an der Sprache liegt es, dass wir Christen/Christinnen die Menschen von heute vielfach nicht mehr erreichen. Vielleicht auch an der eigenen Überzeugung, Begeisterung, am eigenen Verständnis der Botschaft?

Ich wünsche Ihnen einen nachdenklichen und auch frohen August.

Sr. Petra

(August 2019)

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