Hymne an das Licht

O Licht, das du
von den Dächern herabfliessest,
von den Bäumen tropfst
als sonnfarbener Tau,
tauch meine Augen
in dein Leuchten!

O Licht, mit
deinem Glanz in meinen Sinnen
will ich fröhlich fortziehen
früh am heutigen Tag,
suchen und finden
den Weg zum Ursprung.

O Licht, das du
auf den Schatten trittst,
dass er rasch zerfällt
in Flocken der Trauer,
die du durchglühst
und wandelst in Funken!
                      O Licht, heb
mich mit dir empor
von dem Dunstkreis
der Erde und der Geschöpfe,
ihrer verhafteten Not,
nie schweigender Klage!
O Licht, lass sie
in meine Seele fallen,
Sprühlichter der Sterne,
an dir entzündet,
mein Antzlitz ganz
vom Gleissen überfluten!
  O Licht, dann
wird die Hand des Bösen
mich nicht treffen,
sein Drohwort nicht mehr
mich beklemmen:
Ich werde sicher ruhn
    im Arm der Gnade.
    Rosmarie Tscheer

(Januar 2018)

Weniger ist mehr Archiv 2018